Auf dem Weg zur barrierefreien Höhenburg

Der Zuwendungsbescheid des Landes Nordrhein-Westfalen für das Projekt „Die Ginsburg ‑ eine barrierefreie Höhenburg“ an den Verein zur Erhaltung der Ginsburg e.V. soll die Erhaltung und deutliche Aufwertung von Hilchenbachs Wahrzeichen sowie neue Angebote ermöglichen.

Bild vergrößern: Einige Interessierte lassen sich auf dem Vorhof zur Burg die Planungen von den beiden Vorsitzenden erläutern.

Bei einer Informationsveranstaltung am 4. September 2019 erläuterten die beiden Vorsitzenden Dieter Viehöfer und Markus Völkel einigen interessierten Gästen das Projekt. Unter anderem zeigten sie bei einem Rundgang den barrierefreien Weg über den Burgwall, der gleichzeitig zu einem Erlebnispfad ausgebaut werden soll. Aber auch im Inneren der Ginsburg soll der Zugang für Menschen mit Handicap über einen Aufzug ermöglicht werden. Dieser führt dann bis zur Aussichtsplattform.

Das Projekt

  • „Die Ginsburg – eine barrierefreie Höhenburg“ ist ein Vorhaben, das nicht nur in Siegen-Wittgenstein, sondern in der Region Südwestfalen mit Blick auf die Heimat-, Umwelt- und Kulturbildung sowie Inklusion ein Modellprojekt mit deutlich überregionaler Strahlkraft darstellt.
  • Kernstücke der Planung sind zum einen ein Museum, das einen Schwerpunkt auf die Baugeschichte der Burg und Wilhelm Oranien legt, der Ende März 1568 mit seinen Vertrauten auf der Ginsburg die Planungen zur Befreiung der Niederlande von der spanischen Herrschaft vorgenommen hat.Ein weiterer Teil der Ausstellung beschäftigt sich unter der Überschrift „Die Ginsburg im ökologischen und ökonomischen Kontext“ mit Themen der Heimat-, Umwelt- und Kulturbildung, wobei folgende drei Themengebiete vorgesehen sind: Eisen und Holz, Handel und Grenzen sowie Kultur und Natur.Durch eine professionelle Ausstellungs- und Museumspädagogik inklusiver entsprechender Konzepte und Unterlagen, die für alle Altersgruppen entsprechende Angebote schafft, werden Kindergärten und Schulen in die Lage versetzt, die Inhalte in ganz unterschiedlicher Weise zu erarbeiten und zu erleben (ein „Grünes Klassenzimmer“ besteht bereits).Das Musem setzt dabei neben Exponaten insbesondere auf moderne Technik, die den Besuchern Interaktion ermöglicht.Bei den Ausstellungen ist ein regelmäßiger Wechsel der Inhalte und Angebote vorgesehen, um auch immer wieder neue Gäste zur Ginsburg zu locken, die dort schon gewesen sind.
  • Inklusion ist die zweite Projektsäule, die in einer nahezu uneingeschränkten Barrierefreiheit für Besucher mündet. Ziel ist eine konsequente und größtmögliche Barrierefreiheit und Inklusion in allen Belangen. Mit den Maßnahmen verbessern sich nicht nur die Teilhabechancen von Menschen mit Behinderungen und älteren Menschen, sondern auch für einheimische und ausländische Gäste.
  • Der neue Pavillon wird einen multifunktionalen Ausstellungsraum, moderne Sanitäreinrichtungen und eine Heizungsanlage beherbergen. An den Pavillon schließt sich eine langgezogene Terrasse an.
  • Verbunden werden diese Gesichtspunkte mit einem einzigartigen Aktiv- und Naturerlebnis im Naturpark Rothaargebirge Sauerland.
  • Außerdem sind Investitionen in Höhe von geschätzt 232.000 Euro in die notwendige Substanzerhaltung der Burg, insbesondere beim Mauerwerk des Turmes, sowie für das nebenstehende Fachwerkhaus vorgesehen.
  • Wichtig ist dem Verein zur Erhaltung der Ginsburg das trotz aller Veränderungen die Ginsburg ihren ursprünglichen Charme behält!

Zusammenarbeit mit der Universität Siegen
Im Rahmen der Planungsarbeiten hat der Verein zur Erhaltung der Ginsburg e.V. zweimal mit dem Department Architektur (Planen und Bauen im Bestand) der Universität Siegen unter Leitung von Professor und Diplom-Ingenieur Peter Karle zusammengearbeitet. In 2015 lag der Schwerpunkt auf dem Entwurf des Pavillons und der Schaffung der barrierefreien Zuwegung. In 2019 wurde die Ausgestaltung der Aussichtsplattform und das Innere des Turms durch die Studierenden erarbeitet. Der Verein zur Erhaltung der Ginsburg e.V. bedankt sich für die konstruktive und extrem hilfreiche Unterstützung sowie die sehr gute Zusammenarbeit.

Weitere Zeitplanung
Nach Erhalt des Förderbescheids beginnt der Verein zur Erhaltung der Ginsburg mit der Verwirklichung des Projekts.Im Herbst und Winter 2019 wird er zunächst mit der konkreten Planung, Genehmigungen und Vergabe von Aufträgen beschäftigen. Ab Frühjahr 2020 könnten dann schon sichtbare Aktivitäten erfolgen. Der Verein hofft bis Ende 2020 einen großen Teil der Maßnahmen bereits umgesetzt zu haben. Dies ist natürlich abhängig von den Genehmigungen und der erfolgreichen Vergabe der Arbeiten.

Der Verein geht von folgenden 4 Bauabschnitten mit entsprechenden Kosten aus: Neubau Pavillon mit Ausstellungsraum  (245.000 Euro), Sanierung der vorhandenen Burganlage (245.000 Euro), Museumsausstattung und inhaltliche Bearbeitung (320.000 Euro) und Barrierefreiheit (185.000 Euro).

Zusätzliche Fördermittel
Aus dem Denkmalschutz-Sonderprogramm VII (DS VII) der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien (Staatsministerin Monika Grütters) haben wir bereits Ende 2018 von Volkmar Klein und der Staatsministerin die erfreuliche Nachricht erhalten, dass wir eine 50%ige Förderung zu dringend notwendigen denkmalpflegerischen Sanierungen erhalten. Der Förderbescheid ist kurzfristig eingegangen und wir können mit der Umsetzung beginnen. Die Gesamtinvestitionen belaufen sich auf 141.500 Euro (hiervon Förderung 50 %) und betreffen ausschließlich Maßnahmen am Gewerkenhaus (Fachwerkhaus) und der Burgküche.

Somit werden in den nächsten beiden Jahren rund eine Million Euro in die Ginsburg investiert
„In diesem Zusammenhang möchten wir uns auch noch einmal bei der Bezirksregierung Arnsberg, dem Landschaftsverband Westfalen-Lippe, dem Kreis Siegen-Wittgenstein und natürlich der Stadt Hilchenbach für die bisherige Unterstützung bei der Realisierbarkeit unseres Projekts bedanken,“ betont der Verein zur Erhaltung der Ginsburg.

Erforderliche Eigenmittel und Suche nach Unterstützung
Bei diesen anzunehmenden Gesamtkosten von rund einer Millionen Euro plus kleineren Zusatzkosten geht der Verein zur Erhaltung der Ginsburg von einem zu leistenden Eigenanteil von insgesamt 200.000 Euro aus.

Der Verein bittet wie folgt um Hilfe bei der Verwirklichung des Projektes:
„Trotz der sehr hohen Förderquote bedarf es finanzieller Eigenmittel. Hier möchten wir Firmen, Institutionen und Privatpersonen bitten, bei der Realisierung des Projekts zu helfen:

Verein zur Erhaltung der Ginsburg e.V.
Sparkasse Siegen IBAN: DE96 4605 0001 0067 0118 90,
(BIC: WELADED1SIE)