Einst nassauische Grenzfeste. Unter dem heute gebräuchlichen Namen „Ginsburg“ ist die Bergfeste erstmals in einer Urkunde vom 27. April 1292 erwähnt.

Heute ist die Anlage deutsch-niederländische Gedenkstätte, Ausstellungsraum, Trauzimmer, Grünes Klassenzimmer (außerschulischer Lernort), Veranstaltungsort, lokales Ausflugsziel und spektakulärer Aussichtspunkt.

Auch gastronomisch wird auf der Burg einiges geboten!
Die Hans-Hübner-Stube lädt zum gemütlichen Einkehren ein und die „Vorburg“ bietet großzügigen Platz für Hochzeiten, Geburtstage, Firmenfeste und sonstige Veranstaltungen ein.
Kulinarische Leckereien aus der Region, Weinproben und Veranstaltungen machen die Ginsburg zu einem sehr besonderen Ort der Gastlichkeit.

Dank einer Förderung des Landes Nordrhein-Westfalen als „Heimat-Zeugnis“ in Höhe von 769.507,65 Euro ist die Ginsburg seit 28. August 2019 auf dem Weg zur barrierefreien Höhenburg und bietet auf eine erhebliche Attraktivitätssteigerung. Ina Scharrenbach, Landesministerin für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung überbrachte dem Verein zur Erhaltung der Ginsburg die sehr gute Nachricht persönlich und vor Ort. Insgesamt gibt der engagierte Verein von Investitionen in Höhe von rund einer Millionen Euro aus.

Die Ginsburg liegt im Gebiet der Stadt Hilchenbach und gehört zur Ortschaft Grund. Die Höhenburg wurde auf einem 590 m hohen, steil abfallenden Erosionsrand des Ederhochlandes erbaut. Der Schlossberg wird in der Volksüberlieferung Geisenberg genannt und ist mit dem Giller-Gebirge durch einen Sattel verbunden, der an seiner schmalsten Stelle 30 m breit ist.

Die Burg liegt strategisch sehr günstig. Schon früh war die Ginsberger Heide ein zentraler Verkehrsknotenpunkt. Sie war Kreuzungspunkt verschiedener Fernstraßen, die über die langen Höhenkämme aus dem Rhein-Main-Gebiet kamen, außerdem war sie eine Drehscheibe zwischen dem Sieger-, Sauer-, und Wittgensteiner Land sowie dem Dillgebiet. So führte zum Beispiel die Eisenstraße aus dem Dillgebiet an der Ginsburg vorbei in das Sauerland. Die Besitzer konnten den Verkehr über die Ederhochfläche gut kontrollieren und sichern.

Die Ginsburg hatte großen Einfluss auf die geschichtliche Entwicklung der Niederlande. Hier plante Wilhelm von Oranien im Jahre 1568 seinen Feldzug für den Kampf zur Befreiung unseres Nachbarlandes. Heute hält eine Ausstellung im Inneren der Burg die Erinnerung an die historische Bedeutung dieser deutsch-niederländischen Gedenkstätte wach.

Neben den geschichtlichen Tatsachen rankt sich natürlich auch manche Sage um die Höhenburg. Als Beispiel sei die Geschichte vom Raubritter Johann Hübner, genannt Hans Hübner, und seinem schwarzen Pferd erwähnt.

Seit 1961 befindet sich die Ginsburg im Wiederaufbau. 2003 kaufte der Siegerländer Burgenverein das Gelände vom Land Nordrhein-Westfalen für den symbolischen Betrag von einem Euro. Gemeinsam mit dem Verein zur Erhaltung der Ginsburg kümmert er sich seitdem ehrenamtlich um die Anlage.

Im Jahr 2008 wurde neben den Burgruinen auch der 1968 eingeweihte Turm unter Denkmalschutz gestellt. In den Jahren 2008 und 2009 wurde das Hilchenbacher Wahrzeichen außen vollständig saniert. Die weitere Renovierung im Innern des Turmes konnte 2010 erfolgreich abgeschlossen werden. Die Kosten hierfür betrugen insgesamt rund 200.000 Euro. Im Jahr 2017 erfolgte die Errichtung einer neuen Zugangsbrücke für rund 30.000 Euro.

Doppelt lohnendes Ausflugsziel

Ob nun die Vorstellung, dass Raubritter die Ginsburg für ihre Überfälle auf Handelsreisende genutzt haben könnten, oder einfach nur der schöne Ausblick viele Besucher immer wieder gerne zum Wahrzeichen Hilchenbachs lockt, eins ist sicher: Die Ginsburg bietet eine gastliche Rast in einer alle Sinne anregenden Umgebung mit weitem Panoramablick von der Plattform des wiedererrichteten Bergfrieds!

Aus diesem Grund ist es kein Zufall, dass die Eröffnung des Rothaarsteigs am 6. Mai 2001 auf der Hilchenbacher Ginsburg stattfand. Die Anlage ist nicht nur ein zentraler Anlaufpunkt des beliebten „Wanderweges der Sinne“, sondern verschafft den Besuchern auch eine der wohl schönsten Aussicht entlang der Strecke.

Als markanter Routenpunkt am Rothaarsteig gilt die Ginsburg als feste Anlaufstelle für Wanderer, Natur- und Heimatfreunde. Sie wird aber auch sehr gerne genutzt als Trauzimmer, für Feste und als Kulisse für Theateraufführungen.

Ginsburg seit 2018 auch Juwel im Naturpark und außerschulischer Lernort!

Wegen der vielen geschichtlichen und aktuellen Besonderheiten, die die Ginsburg und ihre herausgehobene Lage bieten, hat der Naturpark Sauerland-Rothaargebirge im Jahr 2018 das Hilchenbacher Wahrzeichen zu einem seiner Juwelen erklärt.

Dies belegt ihre Attraktivität als Reise- und Wanderziel.

Im Jubliäumsjahr „450 Jahre Wilhelm I. von Oranien-Nassau auf der Ginsburg“ gewann die Anlage eine weitere Funktion hinzu. Seit 2018 ist die Ginsburg ein von 20 außerschulischen Lernorten in Westfalen, die eine Bedeutung als Denkmal und einen Europabezug aufweisen. Mit diesem unter dem Titel „Europa in Westfalen“ vom Landschaftsverband Westfalen-Lippe koordinierten und unterstützen Projekt sollen junge Menschen für das Gefüge „Heimat – Europa – Kulturelles Erbe“ interessiert werden.